Chromosom 3 ist eines von 23 Chromosomen-Paaren des Menschen. Ein normaler Mensch hat in den meisten seiner Zellen zwei weitgehend identische Kopien dieses Chromosoms.

Entschlüsselung des Chromosoms 3

Das Chromosom 3 besteht aus 199 Millionen Basenpaaren. Ein Basenpaar ist die kleinste Informationseinheit der DNA. Das Chromosom 3 beinhaltet ungefähr 6,5 % der gesamten DNA einer menschlichen Zelle. Die Identifizierung der Gene auf diesem Chromosom ist der Teil eines laufenden Prozesses zur Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes. Auf dem Chromosom 3 befinden sich zwischen 1100 und 1500 Gene. Bei der Sequenzierung im Mai 2006 wurden 1463 Protein-codierende Gene gefunden. Davon werden 505 mit den verschiedensten Krankheiten in Verbindung gebracht. Auch die empfindlichste Stelle des menschlichen Genoms, das FHIT-Gen (Fragile histidine triad), befindet sich auf dem Chromosom 3. Dieses Gen ist bei etwa 50 % aller Speiseröhren-, Magen- und Dickdarmkrebs-Erkrankungen beteiligt.

Bekannte Gene auf dem Chromosom 3

Das Chromosom 3 enthält unter anderem folgende Gene:

  • H4F3: Histon H4
  • MITF: Microphthalmie-assoziierter Transkriptionsfaktor
  • PROS1: Protein S
  • TPS: Thrombopoetin
  • SST: Somatostatin
  • BTD: Biotinidase
  • MCCC1: α-Untereinheit der Methylcrotonoyl-CoA-Carboxylase
  • ALAS1
  • CACNA2D3
  • CCR5: C-C-Chemokinrezeptor Typ5
  • CNTN4
  • COL7A1
  • MLH1
  • LZTFL1: Leucine zipper transcription factor like 1
  • OXTR
  • PTHR1
  • SCN5A
  • SLC25A20
  • TMIE
  • VHL: Von-Hippel-Lindau-Tumorsuppressor
  • FOXP1
  • CRBN
  • ADIPOQ
  • CAMPD1
  • CPOX
  • HGD
  • IFT122
  • PCCB
  • PDCD10
  • PIK3CA
  • RAB7
  • RHO
  • SOX2
  • USH3A
  • ZNF9

Medizinische Bedeutung

Mit den auf dem Chromosom 3 befindlichen Genen werden folgende genetisch bedingte oder prädispositionierte Krankheiten oder Symptome in Verbindung gebracht. Dies sind unter anderem:

  • Aderhautmelanom
  • Aicardi-Goutières-Syndrom
  • Alkaptonurie
  • Autismus
  • Bartter-Syndrom Typ V
  • Bernard-Soulier-Syndrom
  • Biotinidasemangel
  • Brugada-Syndrom
  • Dandy-Walker-Fehlbildung
  • Epidermolysis bullosa
  • Glykogenspeicherkrankheit
  • Hereditäre Koproporphyrie
  • Grauer Star
  • Leuzismus
  • Moebius-Syndrom
  • Morbus Andersen
  • Moyamoya
  • Mukopolysaccharidose
  • Myotone Dystrophie Typ 2
  • Nachtblindheit
  • Nierenkrebs
  • Saccharoseintoleranz
  • Spinozerebelläre Ataxie
  • Ovarialkarzinom
  • QT-Syndrom
  • Von-Hippel-Lindau-Syndrom

Trisomie 3

siehe Hauptartikel Trisomie 3

Das dreifache (trisome) Vorliegen von Erbmaterial von Chromosom 3 wird Trisomie 3 genannt. Eine Reihe unterschiedlicher Symptome können dabei auftreten.

Androgenetischer Haarausfall

Die Hauptursache für androgenetischen Haarausfall (erblich bedingter Haarausfall) ist das so genannte Androgenrezeptor-Gen (AR), auf dem X-Chromosom. Man weiß mittlerweile aber, dass weitere Gene einen Einfluss auf diesen normalen Typ des Haarausfalls bei Männern haben. Eine Arbeitsgruppe der Universität Bonn fand im Bereich q26 auf Chromosom 3 einen Bereich, der in unmittelbarem Zusammenhang mit dem androgenetischen Haarausfall steht.

Literatur

  • W. Maat u. a.: Monosomy of chromosome 3 and an inflammatory phenotype occur together in uveal melanoma. In: Investigative Ophthalmology & Visual Science. Band 49, 2008, S. 505–510, PMID 18234992.

Weblinks

  • Ensembl – Chromosom 3 (englisch)
  • Genetics Home Reference – Chromosome 3 (englisch)
  • Die „Genkarte“ des Chromosoms 3 (englisch)

Einzelnachweise


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