Die baltische Fußballmeisterschaft 1910/11 des Baltischen Rasen- und Wintersport-Verbandes gewann der SC Lituania Tilsit durch ein 4:2-Sieg im Finale gegen den SV Ostmark Danzig. Dies war der erste Gewinn der baltischen Fußballmeisterschaft für die Tilsiter, die sich dadurch für die deutsche Fußballmeisterschaft 1910/11 qualifizierten. Tilsit verzichtete jedoch auf Grund zu hoher Reisekosten auf die Austragung des Viertelfinales gegen den Berliner TuFC Viktoria 89.

Modus und Übersicht

Am 1. Dezember 1910 benannte sich der Baltische Rasensport-Verband in Baltischer Rasen- und Wintersport-Verband um. Gleichzeitig erfolgte eine Neueinteilung des Verbandsgebietes in neun Bezirke. Die Bezirksmeister qualifizierten sich für die baltische Fußballendrunde.

Bezirk I Königsberg

  • Qualifikation baltische Endrunde
  • Bezirk II Tilsit/Memel

    Aus dem Bezirk II ist nur der Sieger, SC Lituania Tilsit, überliefert.

    Bezirk III Gumbinnen/Insterburg

    Aus dem Bezirk III ist nur der Sieger, SC Preußen Insterburg und der weitere Teilnehmer SC Gumbinnen überliefert.

    Bezirk IV Rastenburg/Lyck

    Aus dem Bezirk IV ist nur der Sieger, Rastenburger SV, überliefert.

    Bezirk V Allenstein/Osterode

    Aus dem Bezirk V ist das Endspiel überliefert.

    Bezirk VI Graudenz/Bromberg

    Aus dem Bezirk VI ist nur der Sieger, SV Marienwerder, überliefert.

    Bezirk VII Elbing

  • Qualifikation baltische Endrunde
  • Rückzug/Einstellung des Spielbetriebes
  • Bezirk VIII Danzig

  • Qualifikation baltische Endrunde
  • Absteiger in die 2. Klasse
  • Entscheidungsspiel Platz 1:

    Bezirk IX – Stolp/Lauenburg

    Aus dem Bezirk IX ist nur der Sieger, SV Viktoria Stolp und der weitere Teilnehmer SV Germania Stolp überliefert. Viktoria Stolp durfte nicht an der baltischen Fußballendrunde teilnehmen, da das Gebiet zu Pommern gehörte.

    Endrunde um die baltische Fußballmeisterschaft

    Die Endrunde um die baltische Fußballmeisterschaft wurde in der Saison 1911/12 erneut im K.-o.-System ausgetragen. Qualifiziert waren die Bezirksmeister. Überraschend schied der VfB Königsberg erstmals in seiner Geschichte gegen einen, bereits damals in der Presse genannten Dorfverein aus. Somit war erstmals der Weg für ein Verein außerhalb von Königsberg frei. Der SC Lituania Tilsit setzte sich im Finale gegen den SV Ostmark Danzig durch. Es war das erste und bis zur Spielzeit 1932/33 das einzige Mal, dass der baltische Fußballmeister nicht aus den Großstädten Danzig, Königsberg oder Stettin stammte.

    Qualifikation

    Viertelfinale

    Halbfinale

    Endspiel

    Ostmark Danzig, in der Bezirksliga Danzig noch den Danziger Serienmeister BuEV Danzig trotz 0:1-Pausenrückstand mit 2:1 besiegt, trat im Finale stark ersatzgeschwächt an. Zwei seiner besten Spieler konnten arbeitsbedingt nicht am Finalspiel teilnehmen, ein dritter Spieler erschien erst 20 Minuten nach Anpfiff, so dass Danzig am Anfang in Unterzahl spielen musste. In der ersten Halbzeit konnte daher Lituania Tilsit mit zwei Toren in Führung gehen. In der zweiten Halbzeit konnte Danzig zunächst aufholen, in der 80. Minute gelang der Ausgleich zum zwischenzeitlichen 2:2. Tilsit gelangen in den letzten zehn Minuten jedoch zwei weitere Tore, womit das Finale entschieden war.

    Literatur

    • DSFS: Fußball im baltischen Sportverband, Teil 1: 1903/04 - 1932/33. DSFS, 2018, S. 34 ff. 
    • Udo Luy: Fußball in Ostpreussen, Danzig und Westpreussen 1900 – 1914., 2015.
    • Udo Luy: Fußball in Pommern 1903 – 1914., 2015.
    • Hardy Grüne: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. In: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 1. AGON, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1. 
    • Hardy Grüne: Vereinslexikon (= Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 7). 1. Auflage. AGON, Kassel 2001, ISBN 3-89784-147-9 (527 Seiten). 

    Endspiel um die deutsche Fussballmeisterschaft 1910/1911 in Dresden

    1919 im Baltikum Ende einer Epoche HerderInstitut

    Fußball im Baltischen.. 191424 AGON SportsWorld

    191019

    TSV 1860 München News